Es gibt Entwicklungen in der Farbtheorie, aber nicht der übergreifenden Zusammenhänge Die Farbenlehre ist ein Gebäude mit mehreren Stockwerken. Auf dem Fußboden liegt ein Prisma, an der Decke hängt der Ostwaldsche Doppelkegel. Um in die oberen Stockwerke zu gelangen, könnte man die mathematische Treppe benutzen, aber die Stufe mit dem Halt „Null“ fehlt. An dieser Stelle muss man geistig-rational fliegen, dann erreicht man die Tür zu der neuen Farbmusik. Der Norm-Farbkreis ist wie eine Farbtonleiter. Er kann mit vielen Farbnuancen beliebig verfeinert werden und ergibt stets eine Farbfolge aus den Elementen der drei Grundfarben. Auch die Farbfolge selbst kann durch Wiederholung einen Kreis beliebig oft teilen, ohne ihn je zu trennen. Die Anzahl der Farbtonleitern „covidiert“ den Kreis ohne ihn zu „dividieren“. Teilt man trennend eine Farbkreisvariation in farb-unabhängige, bewegliche Sektoren, dann können durch Vertauschung Farb-Akkorde entstehen. Verwandelt man die Lage der Sektoren mit System – zum Beispiel nach den Primzahlen und fügt auch Helligkeitsveränderungen hinzu, dann wird der Farbkreis zum substanziellen Instrument, mit dem man in Farben komponieren kann.